Geschichte

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1951

Auf Initiative von Eugen Niklas und Karl Hofmann treffen sich ehemalige Segelflieger aus Markdorf im Gasthaus „Lamm“.
Nach einer leidenschaftlichen Rede des damaligen Leiters des Segelflugclubs Friedrichshafen, Willi Weilbecher, beschlossen sie dem Club in Friedrichshafen beizutreten. Kurze Zeit später, am 18. Mai 1951, fand die Gründungsversammlung im Gasthaus zu den „Alten drei Königen“ statt, dort wurde die Loslösung von dem Friedrichshäfler Club beschlossen. Am 8. Juni wurde die Scheune im Haus Schley von der Stadtgemeinde bis auf Widerruf den Segelfliegern überlassen.
Im September beschloss man, ein Segelflugzeug zu bauen, einen Schulgleiter vom Typ „SG 38“.

1952

Das Jahr 1952 war ein Jahr des Hin- und Herpendelns zwischen Lust und Unlust. Schuld war die miserable finanzielle Lage. Durch den Verkauf von Rasierklingen und sogenannten Bausteinen versuchte man, die Kasse aufzubessern.
Doch im Oktober kam der Hammer. Zwei Markdorfer Firmen, die Firma Maschinenfabrik Lauffer und die Firma Willy Werner Lenkeit stiften der Segelfiegergruppe Markdorf ein doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ „Mü 13 E“.
Das gab dem Verein neuen Auftrieb. Doch die Kälte des Winters machte ein Arbeiten in der Werkstatt unmöglich. Man brauchte einen beheizbaren Raum und fand ihn in Form einer Wohnstube bei Frau Luise Schürer.

1953

Das damals wohl erfolgreichste Jahr.
Ein Transportwagen für die „Mü 13 E“ musste gebaut werden. Fa. Lauffer stellte hierfür ihre Werkstatt zur Verfügung. Im Februar wurde das Segelflugzeug von Dachau nach Markdorf überführt. Der Schulgleiter wurde fertiggestellt, so dass das große Fest beginnen konnte. Am 19. April war es dann soweit. In einer Feierstunde unter großer Beteiligung der Bevölkerung auf dem Marktplatz wurden beide Segelflugzeuge auf dem Marktplatz eingeweiht.
Der Schulgleiter SG 38 wurde von Bürgermeister L. Bürkle auf den Namen „Stadt Markdorf“ getauft. Herr Lauffer gab dem Doppelsitzer-Segelflugzeug den Namen „Gehrenbergfalke“.
Am 1. Mai erhob sich der „Gehrenbergfalke“ zum ersten Mal in die Luft. Gestartet wurde auf dem Farrenberg bei Mössingen.

1954

Erster Überlandflug des Gehrenbergfalken von Mengen nach Augsburg (ca. 120 km Luftlinie).
Fluglehrer Augner erhielt hierfür den Ehrenpokal der Stadt Augsburg.
Im Herbst wurde das Schley'sche Haus abgebrochen. Es wurde eine Notunterkunft in der Schedlerstraße und im Rathaus bezogen.

1956

Das Flugzeug Mü 13 wird vom Luftfahrtbundesamt gesperrt, eine aufwendige Röntgenuntersuchung der Hauptbeschläge brachte die Wiederzulassung.
Das Regierungspräsidium Freiburg genehmigte das Markdorfer Segelfluggelände.
Der Flugbetrieb ist nur in den Wachstumsruhen möglich. Am 15. September um 15:20 Uhr erhob sich der Gehrenbergfalke zum ersten Mal vom Markdorfer Gelände. Die offizielle Einweihung war am 30. September in Anwesenheit des Landrates Karl Schieß durch Bürgermeisterstellvertreter August Strobel.
Die Stadt stellt die Schloßscheuer den Segelfliegern als Werkstatt zur Verfügung.

1957

Herr Josef Preiser stiftet der Gruppe einen (natürlich gebrauchten) PKW Typ Mercedes 170 V.
Erstmal im Juni findet in ganz Markdorf eine Altpapiersammlung statt.
Bis heute stellen Markdorfer Geschäftsleute ihre LKW zur Verfügung.

1958

„Gehrenbergfalke“ fliegt von Heiligenberg nach Cham 291km Luftlinie.\\ Auf dem Heiligenberg wird die vom BWLV für die Bodenseefliegergruppen gebaute Halle eingeweiht.

1959

Mitte Juni wird der „Gehrenbergfalke“ verkauft. 2511 mal erhob sich dieser stolze Vogel in die Luft, ohne Unfall und Bruch.
Ein Doppelsitzer vom Typ „Ka 7“ wird in Poppenhausen in der Röhn besichtigt und bestellt.
Dieser Vogel mit dem Amtlichen Kennzeichen D-8836 wurde 1998 in Gemeinschaftsarbeit restauriert und zieht heute noch seine Kreise über Markdorf und Umgebung.

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1960

Im Februar wird der neue Doppelsitzer „Ka 7“ von Poppenausen geholt. Die Finanzierung von über DM 10.000,- erfolgte zu 70% aus Altpapiersammlungen. In einem Festakt wurde durch Herr Bürgermeister Thiede der „Ka 7“ der Name „Linzgaumöve“ verliehen.

1961

Erste große Arbeiten am Schleppwindenmotor. Dort bricht ein Pleuel. Da der Motor Baujahr 1945 ist, muss dieses handgeschmiedet werden.

1962

Oggelshauser Segelflieger und ihr „Bergfalke“ sind zu Gast bei den Markdorfern. Eine „Großküche“ wird zur Verpflegung der hungrigen Segelflieger eingesetzt.

1963

Der Bodensee friert zu. Die Überlinger und Markdorfer Segelflieger beschließen, auf dem zugefrorenen See vor Überlingen zu fliegen. Die Schleppwinde wird am Ufer aufgestellt und das Schleppseil mit einem Motorrad zum 1000 m entfernten Startplatz draußen auf dem See gezogen.

1964

Am 6. Juni Kauf und Abholung eines neuen Hochleistungssegelflugzeugs vom Typ „Ka 6 CR“. Das fliegen auf dem Eis gab den finanziellen Grundstock, der Rest wurde durch Sammeln von Alteisen und durch Spenden von Markdorfer Firmen finanziert.
Am 6. September erhielt die „Ka 6 CR“ bei einem Festakt den Namen „Eisvogel“, zur Erinnerung an das Fliegen auf dem Eis vor Überlingen.
Eintragung in das Vereinsregister als „Segelfliegergruppe Markdorf / Bodensee e.V.“
Auch dieser Vogel zählt zu unseren geliebten Oldtimern und ist bis heute im Einsatz über Markdorf und Umgebung.

1967

Am 17. September findet der erste große Sportflugtag in Markdorf statt.

1968

Beschluss zum Kauf unseres ersten Kunststoff- Hochleistungssegelflugzeugs vom Typ „LS 1 c“

1969

Kauf einer Doppeltrommelwinde. Koni Augner gewinnt das erste Bodenseefreundschaftsfliegen in Konstanz.

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1970

Am 15. März feierliche Namensgebung des neuen Kunststoffseglers durch den Präsidenten des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes (BWLV), Herrn Ferdinand Schäfer, auf den Namen „Vagabund“.

1971

Kauf eines gebrauchten Segelflugzeugs vom Typ „Ka 6 CR“. Dieses geht aber im Zuge einer Aussenlandung im Schwarzwald zu Bruch, der Pilot bleibt jedoch unverletzt.
Mit 14 Jahren wurde Helmut Westermann durch seinen Alleinflug auf der K7 jüngster Segelflieger der Gruppe.

1974

Kauf eines neuen Kunststoffseglers vom Typ H 201 „Standard Libelle“.

1975

Fliegerisch bisher erfolgreichstes Jahr. 918 Flüge mit insgesammt 355 Flugstunden und 5960 Überlandkilometern.
Ein weiteres Kunststoffsegelflugzeug vom Typ H 205 „Club Libelle“ wurde gekauft.

1976

Im Zeichen der Städtepartnerschaft Enzisheim und Markdorf wurde am 11. April in einem Festakt und im Beisein vieler prominenter Vertreter beider Städte die beiden Segelflugzeuge auf den Namen „Enzisheim“ und „Markdorf“ getauft.

1977

Mit einem großartigen Festbankett in der Stadthalle wurde am 11.9 das 25-jährige Jubiläum der Segelfliegergruppe Markdorf gefeiert. Fluglehrer Koni Augner erhielt für seine Verdienste um den Luftsport die goldene Ehrennadel des BWLV.

1978

Zweiter Sportflugtag am 11.06. in Markdorf. Kunstflieger Wolfgang Dallach zeigt auf seiner „Spezial“ faszinierende Figuren am Himmel.

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1980

Am 22.06 findet der dritte große Sportflugtag statt. Kunstfliegerin Dagmar Habel zeigt tollkühne Luftakrobatik mit ihrem kleinen Doppeldecker. Das einzige Nurflügel-Segelflugzeug Deutschlands, eine „AV 36“ zieht seine Kreise über Markdorf.

1981

Verkauf der LS 1, damit kann die Finanzierung der leistungsstärkeren LS 4 sichergestellt werden.

1982

Die Segelfliegergruppe erhält Mitte des Jahres den Bescheid, dass das Bischofsschloss mit den Nebengebäuden 1983 saniert werden soll.
Die Werkstatt muss bis Ende des Jahres geräumt werden.
Dieter Schneller gelang ein Höhenflug von 9.200m über NN.
Die Club Libelle wird verkauft.

1983

Am 01.03. kommt das Aus für die Segelfliegerwerkstatt in der Schlossscheuer. Am 09.03. wird mit dem Abbruch derselben begonnen.
Die Segelflugzeuge werden zuerst notdürftig in Hepbach im Farrenstall und in Möggenweiler untergebracht. In der Konradstraße wird eine alte Scheuer angemietet.
Am 4. Oktober erhält die Segelfliegergruppe Markdorf die Baugenehmigung für einen Hallenbau. Der Erlös aus dem Verkauf der Club Libelle wird zur Finanzierung der Halle herangezogen; man verzichtet auf den Kauf eines neuen Flugzeuges.

1985

Die Stadt Markdorf stellt den Segelfliegern im Herbst ein Grundstück in Erbpacht für die geplante Halle zur Verfügung. Man entscheidet sich für eine Halle in Stahlkonstruktion mit Gasbetonwänden, um die Folgekosten im feuchten Gelände so gering wie möglich zu halten.
Am 14.09. werden die Erdkabel für Strom und Telefon verlegt. Endlich - am 28.09. - kam Bewegung in die Arbeiten zum Hallenbau. Am 02.12. steht das Stahlgerüst.

1986

Zwischen dem Beginn des Rohbaues und dem Anbringen der Schilder am 02.08. waren viele, viele Arbeitsstunden der Segelflieger notwendig.
Neben allen Helfern und Mitgliedern, die diese schöne Halle errichtet haben, sind die Leistungen zweier Mitglieder ganz besonders zu erwähnen: Hans Stötzner und Walter Westermann. Sie waren diejenigen, die dieses große Projekt mit ihrem unermüdlichen Einsatz und Erfolgswillen gegen alle Widrigkeiten vorangetrieben und schließlich zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht haben.

1987

Das Hallenvorfeld wird mit Bitumenbelag versehen. Somit versinken die Flieger nicht mehr beim Ein- und Ausräumen im matschigen Untergrund vor der Halle.
Natürlich auch, um das am 13. September stattfindende Halleneinweihungsfest auf geeignetem Untergrund zu feiern. Bei diesem Fest wurden erneut während verschiedener Flugvorführungen alle Sparten der Luftfahrt eindrucksvoll präsentiert.

1988

Kauf des Kunststoff-Doppelsitzers ASK21 als neue Schulungsmaschine. Die ASK21 soll den Übergang zu den Kunststoffeinsitzern verbessern und die über 30-jährige Schulmaschine Ka7 ersetzen. Da noch wenig Erfahrung mit der ASK21 als Schulmaschine vorliegen, wird die Ka7 noch nicht verkauft.

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1989

Anschaffung des Hochleistungseinsitzers „LS 7“ für die Wettbewerbsfliegerei.
Tod des jahrzehntelangen Vorstandes und Gründungsmitgliedes Dr. Otto Schürer.

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1990/91

Da die Schulung mit der ASK21 sehr gut funktioniert, wird für die Weiterführung der Piloten zum Leistungs- und Wettbewerbssegelflug die Anschaffung von zwei LS4a durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt auch durch den Verkauf von den beiden Flugzeugen „Standard Libelle“ und „LS1c“.
Auf das 40-jährige Jubiläum hin wird der Bereich vor dem Clubraum der Halle mit Knochensteinen gepflastert, sowie einen Feuerstelle und ein Kinderspielplatz eingerichtet.
An dem Jubiläum fand natürlich auch ein Flugtag in Markdorf statt.

1992

Da mit aufgebauten Flugzeugen der Platz in der Halle für die Hänger nicht mehr ausreichte, wurde ein bereits zu Beginn geplanter Anbau an der Hallennordseite errichtet. Dieser dient hauptsächlich der Unterbringung der Hänger, aber erhielt auch einen großzügigen Sanitärbereich mit Toiletten und Duschen.

1993

Für die Nachwuchspiloten wurde ein Flugzeug der „Club Klasse“ beschafft. Eine gebrauchte ASW 19.
Da die Telefonkabel bisher vor und nach jedem Flugbetrieb zeitraubend verlegt werden mussten, was Flugzeit kostet, wurde das Kabel in Eigenleistung fest im Gelände verlegt.

1994

Unser erstes Sommerfest mit Landwirten und LKW-Besitzern findet im September statt, als Dankeschön für die Unterstützung bei Altpapiersammlungen und Flugbetrieb.
Das Gelände muss neu geebnet werden und die Drainagen müssen erneuert werden. Ausserdem benötigt der Verein einen neue Winde. Diese wird bei der Firma Egger beschafft. Um die Beschaffung finanzierbar zu machen, werden Baugruppen wie Getriebe, Antriebsachse und Dieselmotor von den Firmen MTU und Mercedes Benz gestiftet.

1995

Erneute Einebnung des Geländes. Außerdem macht die Ausrichtung von Veranstaltungen und Festen einen Ausbau des Dusch- und Toilettenbereiches notwendig.
Promt findet im März die 1. AERO Light mit windengestarteten Gleitschirmfliegern und Flugdrachen auf dem Gelände statt, sowie im Juni ein Jugendfestival mit Open Air Kino.

1996

Unser Nachwuchs hat neben Helmut und Martin Westermann einen neuen Fluglehrer: Thomas Schmid.\\ Für eine Fortbildung der Wettbewerbspiloten, aber auch für das doppelsitzige Spaßfliegen wird der Hochleistungs-Doppelsitzer vom Typ „Duo Discus“ erworben.
Die 100. Papier und Altkleidersammlung wird durchgeführt. Diese Sammlungen stellen immer noch das finanziellen Standbein des Vereins dar und erfordern jedesmal den vollen Einsatz aller Mitglieder sowie die tatkräftige Unterstützung der Markdorfer Firmen, die ihre LKW kostenlos zur Verfügung stellen.
Leider ist in diesem Jahr auch der Tod des flugbegeisterten Gründungsmitgliedes, Vorstandes, Fluglehrers und Wettbewerbsfliegers Koni Augner zu beklagen.

1997

Die Mitglieder der SFG Markdorf werden während des Neujahrsempfangs der Stadt Markdorf für das Engagement im Umweltbereich geehrt.
Beschaffung des Hochleistungseinsitzers Discus der Firma Schempp-Hirth in Ergänzung zu den Schneider-Flugzeugen LS4 und LS7.

1998

Nachdem die Ka7 für eine Saison an die Akaflieg Karlsruhe ausgeliehen wurde und diese im Gegenzug dazu bereit waren, die Schäftarbeiten an den Tragflächen auszuführen, wird die Ka7 in Eigenleistung grundüberholt.
Qualifikation der Vereinsmannschaft mit dem Duo Discus zur deutschen Meisterschaft im Doppelsitzer in Aachen.
Im Tausch für die LS 7 WL wird die Nachfolgeentwicklung LS 8 beschafft.

1999

Auf dem Markdorfer Gelände wird der Heißluftballonstart der AERO 1999 durchgeführt. Wegen schlechter Witterung starten nur 18 der über 40 gemeldeten Ballone.

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2000

Der Fuhrpark wird durch den Kauf eines Discus 2 und Ersatz der LS4a durch die LS4b verjüngt. Die LS4b zeichnet sich durch automatische Ruderanschlüsse aus. Diese führt neben einem vereinfachten Aufbau zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheit. Mit den Neubeschaffungen wird ein Veraltern des Flugzeugbestandes vermieden, dies führt zu einer tragbaren Finanzierung bei Ersatz der Flieger.

2001

Das Segelfluggelände ist wieder einmal Teil der AERO.
Am 23.09 ist das 50-jährige Jubiläum des Vereins.
Seit über 50 Jahren kreisen nun die Markdorfer Segelflieger über Markdorf. Wir hoffen, dass es noch viele mehr werden.
Trotz kleiner Sorgen, wie z.B. die Markdorfer Südumfahrung, blicken wir froh in die Zukunft.

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